Wirtschaftsstandort Steiermark
Kamingespräch mit Dr. Christian Grabner, CFO Knapp AG
Industriestandort Steiermark: Zwischen Handelskrieg, Geopolitik und KI-Revolution
Am 27. Mai 2026 fand im RESOWI-Zentrum eine hochaktuelle Diksussionsveranstaltung mit KNAPP AG CFO Dr. Christian Grabner zum Thema „Industriestandort Steiermark: Zwischen Handelskrieg, Geopolitik und KI-Revolution“ statt. Die große Resonanz spiegelte sich bereits vor Beginn wider: Das Sitzungszimmer war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Vortragende aus subjektiver und aus der Perspektive der KNAPP AG einen fundierten Einblick in die gegenwärtigen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Wirtschaftsstandorts Steiermark gab.
Im Mittelpunkt standen die tiefgreifenden Veränderungen, mit denen exportorientierte Industrieunternehmen in den vergangenen Jahren konfrontiert waren und weiterhin sind. Als wesentliche Belastungsfaktoren wurden die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, der Ukraine-Krieg mit der daraus resultierenden Energie- und Gasverknappung, zunehmende Deglobalisierungstendenzen sowie internationale Handelskonflikte und Zölle genannt. Darüber hinaus verändert die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz die Rahmenbedingungen für Unternehmen grundlegend. Insbesondere der steigende Bedarf an Chips, Prozessoren und Speichertechnologien verschärft den Wettbewerb um kritische Ressourcen. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Cybersecurity und technologische Souveränität zunehmend an Bedeutung.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem demografischen Wandel sowie der veränderten globalen Wirtschaftsordnung. Europa verliert im Vergleich zu den USA und China zunehmend an wirtschaftlicher Dynamik. Kritisch betrachtet wurden zudem regulatorische Vorgaben auf europäischer Ebene, bei denen sich Unternehmen vielfach mehr Unterstützung und weniger bürokratische Hürden wünschen.
Trotz der zahlreichen Herausforderungen vermittelte der Vortrag eine positive Perspektive: KI wird als bedeutende Chance gesehen, um Innovationen voranzutreiben und die Position als Technologiekonzern weiter auszubauen. Gleichzeitig investiert der steirische Industriebetrieb weiterhin in den Ausbau der Belegschaften weltweit und setzt auf langfristige Wettbewerbsfähigkeit durch Technologie, Innovation und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf eine rege Diskussionsrunde im Anschluss folgte auch ein informeller Austausch bei Speis und Trank. Der SOWI-AV bedankt sich beim Vortragenden und all erschienenen Gästen!